Montag, Mai 31, 2010

ein (p)fund mp3 (278)

die band mit dem wunderlichen namen stammt aus chicago und setzt sich zusammen aus steve kozak, tim tsurutani, evan burrows und dan rico, ihr album "bummer palace" erschien am 25. mai auf trust tapes und enthält popsüffiges:
caw! caw! - sons of sons of saviors
ganze frische single am start, natürlich auf labrador, der track ist beeinflusst von einem dj set tobi neumanns, abgehalten auf ibiza "and offers an unrivaled blend of hypnotic electronica, sweeping synthesizers and embracing pop-melancholy that just keeps building!", schreibt das label, bei der flip hatten suburban kids with biblical names ihre finger im spiel, auf gehts::
pallers - the kiss
das selbe label noch einmal, und es ist an dieser stelle wirklich zu loben, mit welch konsequenter haltung das hohe niveau auf labrador gehalten wird, diesmal mit einer neuen single aus dem gerade erschienenen siebten album "the people's record" dieser wunderbaren band:
club 8 - shape up!
einen wirklich stimmungsvollen reigen bereitet uns das brooklyner label temporary residence mit der veröffentlichung des albums "house with the curse", dem dritten full length werk des louisviller powertrios, schärfere gangart, als man es hier sonst so gewohnt ist:
coliseum - blind in one eye
bad panda records kommen uns diesmal mit nachfolgender kombi, der song wie stets unter creative commons license: BY-NC-ND 3.0, daneben gilt es das halbjährige zu feiern, hierzu verlost das label stark limitierte tees, bitte hier entlang, kunstlied trifft electro:
the great red shark & jason hunter - wander with me
mit nachfolgender single treten sie an, um ihr album "asleep.asleep." (ab 08. juni auf sad sewer alligator) zu promoten, der fünfer aus washington zaubert eine ganze eigene welt aufs tableau, pop mit weitraum, mit unscharfen kanten, mit bewegung und aufmerksamkeit:
bellflur - insect politics
"wrapped in plastic” ist die letzte vorabsingle aus dem kommenden werk "measures melt", wir hatten bereits über den powerpop des milwaukee dreiers, der mit einer flotten mixtur aus electro punk 'n' roll antritt, berichtet:
the new loud - wrapped in plastic
barsuk mausert sich so langsam wieder, eine kurze durststrecke galt es zu überwinden, doch mittlerweile hat man den einen oder anderen verlust ganz gut ausgeglichen, zum beispiel mit dem bruder von josh tillman, zach tritt mit seinem debut (bereits veröffentlicht) an:
pearly gate music - big escape
recht frisch im katalog sind auch sie, mit ihrem debut treten sie an, "perch patchwork" wird am 29. juni veröffentlicht, der appetizer ist ein herrlich verwunschener track:
maps & atlases - solid ground
sie markieren ihre eigenen grenzen, ihr eigenes genre: intelligent dance music, der vierer aus brooklyn tritt mit zwei eps im gepäck an, den dancefloor zu erobern:
holy hail - riverine
das album ist zwar schon etwas älter, denn "concentration" erschien bereits im letzten jahr auf outside music, aber den nachfolgenden track wollte ich Euch nicht vorenthalten, weil gerade erst entdeckt:
dog day - rome

den abschluss bringt uns die schwedisch/amerikanische elektronicband, die mit shelflife records kein besseres zuhause hätte finden können, genau dort fällt der startschuss für album nummer zwei, "again and again" erscheint am 06. juli:
thieves like us - never known love

white hinterland
07.06.2010 Hamburg – Übel & Gefährlich
08.06.2010 Berlin – NBI Club

Sonntag, Mai 30, 2010

neue töne (790): cloudberry records

es ist mal wieder an der zeit einem label zu frönen, wie es so gebastelt nirgendwo ein zweites gibt. cloudberry records hat einfach mehr als andere den twee, den pop im blut. und zwar dieses reine gebräu, diese innige popseligkeit, von der man zu träumen wagt und die man nur selten kredenzt bekommt. doch bei cloudberry wird mit einer sicherheit, die staunend macht, ein ums andere mal das aufgelegt, wonach der gemeine hörer sich verzehrt. so, genug des lobsgesangs, folgen wir den letzten releases und blicken weiterhin nach vorn.

in der rubrik 7" vinyl gilt es auf die letzten drei scheibchen zu verweisen, zunächst hätten wir da einen super sympathischen dreier aus madrid, der uns neben dem titelsong folgende zwei tracks präsentiert: "sr. increíble" und "holidays in moscow", powerpop, hart, aber fair erwartet Euch:
zipper - visions
der nächste verweis gilt ein paar alten bekannten, das schwedische duo aus rebecca mehlman und martin lindqvist hatte erst kürzlich auf shelflife sein debut gegeben, nun hier ein 3track frischling, schluffig, ohne pantoffelmuff:
a smile and a ribbon - den lille havfrue
so, und schließlich noch in diese rubrik gehörend, die 7inch dieses schwedischen fünfers, die ebenso wie die vorangestellte bereits beziehbar ist, auf die zipper scheibe muss man noch etwas warten, feiner shoegaze mit deutlich kristalliner note, höret und staunet:
sad day for puppets - again
ja, und dann soll noch auf die feine rubrik der 3 inch cd-rs split singles hingewiesen werden, in der es folgende paarung zu beachten gibt: auf der einen seite der schlicht "the sunbathers / los lagos de hinault" benannten cd finden sich zwei tracks der briten julie und paul, einer zum naschen mit sonnigen grüßen, der andere heißt "you love me too":
the sunbathers - sea change
die anderen beiden lieder wurden ebenfalls von einer mann/frau kombi eingesungen, allerdings heißen die hier carlos und matilde und stammen aus madrid, der zweite track heißt "el correo del zar", sehr direkter spanishpop:
los lagos de hinault - sentido y referencia
ich hoffe, Euch mal wieder geschmack auf cloudberry records gemacht zu haben, es gibt immer wieder etwas zu entdecken, zum probehören, aber auch für den fleißigen einkäufer. viel spaß beim stöbern.

Samstag, Mai 29, 2010

ein (p)fund mp3 (277)

so, die festivaldepression ist noch nicht ganz überwunden, aber es muss ja weiter gehen, irgendwie. die neue staffel "ein (p)fund mp3" hält hoffentlich einige schmankerl für Euch bereit. sollte noch wer den eindruck haben, dass ich mit dieser rubrik zur 'linkschleuder' verkomme, sage mal bescheid. meine persönliche form einer groben rasterung sieht nun mal so aus.
diese meldung muss natürlich an den anfang gerückt werden, ein heiß erwarteter release: "too long in this condition" erscheint am 29. juni auf drag city:
alasdair roberts - the daemon lover
ihr selbstbetiteltes debutalbum kommt in bälde, bereitet Euch via captured tracks darauf vor, das brooklyner label hält infos bereit:
beach fossils - youth
auf xl recordings wartet schon ganz ruhig die stoisch bezeichnete "lp4", ihr erscheinen ist für den 08. juni geplant:
ratatat - party with children
seit dem 25.05. ist "saint bartlett" zu haben, und da uns secretly canadian einen neuen song bereitet, reichen wir ihn einfach weiter, promotion in seiner schönsten form:
damien jurado - arkansas
damien jurado - cloudy shoes
zugunsten der the jay bennett foundation gehen die spenden, die beim download seines letzten vermächtnisses hinterlassen werden können, ab 10. juli ist "kicking at the perfumed air" zu hören, hier:
jay bennett - twice a year
auf sub pop wurde uns "bigger and blackerer" bereitet, bereits seit dem 25. mai zu haben, hier ist humor gefragt...:
david cross - i can't get beer in me

empfehlung für eine tolle 180g pressung auf catbird records, mit "black strawberries" gelingt noch einmal der blick zurück ins jahr 2002, stark limitiert, beeilen:
unbunny - in a way
auf jagjaguwar erscheint am 20. juli der neue longplayer namens "beyond the valley of ultrahits", untertitel: make a proper pop album, oder so:
richard youngs - love in the great outdoors
ein fünfer aus los angeles, sie bieten mit "alive as you are" auf dangerbird records ihr neues album auf, termin ist der 17. august, vorher gehts aber mit band of horses auf tour, im uk:
darker my love - dear author
hola, "street songs of love", was für ein, ähm schwülstiger titel für das am 29. juni zu erwartende neue werk, wohl auf fantasy:
alejandro escovedo - street song
amble down records mit guten neuigkeiten, denn am 20. juli erscheint dort ein neuer longplayer dieses hoffnungsfrohen vieres, "cast off your human form":
the gentle guest - judgment
diese band hatte ich im september 08 abgefeiert, ihr debut war auf hardly art erschienen, nun folgt eine "you'll find no answers here" getaufte ep, zieldatum ist der 08. juni:
moondoggies - fly mama fly
wenn meine lieblingsband durch den remix kakao gezogen wird, bin ich natürlich auch am start, am 08. juni veröffentlicht matador die "here to fall remixes ep":
yo la tengo - here to fall (pete rock remix)

Freitag, Mai 28, 2010

neue töne (789): lille

darf ich lille vorstellen? nachdem ich hier in der letzten zeit vor allem konzertberichte verfasste, ist die konzentration auf so eine einzelne dame gar nicht ganz einfach. wie vom festival zurückkehren in den schoss der familie. plötzlich verändern sich die perspektiven. gut so. also, diese wechsel. man verliert sonst manches aus den augen. aber genug, die frage ist eher noch, wie es denn bei dieser jungen dame aus atlanta steht mit dem philosphieren. zumal man mit guten 19 jahren alles weiß. ändert sich ja erst später. in nicht-wissen. gracy bellury heißt sie im normalen leben und hatte das glück in einer musikverrückten familie aufzuwachsen. da bekommt man dieses und jenes in die wiege gelegt, vor allem wenn man dem vater lauschen darf, bis man sanft einschläft oder man gemeinsam beatles songs singen kann. der weg bis zum einüben erster geh- und stehversuche an instrumenten ist dann auch nicht mehr so weit. mandoline und ukulele taten es lille an. liebeskummer trieb das songschreiben voran. so entstand melancholisches, zutiefst sentimentales, zeugen der kümmernisse und der gebrochenheit. doch es geht ein warmer sonnenstreich über die musik hinweg. graces stimme ist so wunderbar rund und ausgewachsen, so klar, so lieblich, so echt. eine besondere freude für mich dabei ist, dass sie nun bei whale heart records untergekommen ist. mit pacific theater, duchess leo und little horn beherbergen die nämlich schon ein paar feine acts. so wird denn am 22. juni ihre erst ep genau dort erscheinen. "tall shoulders" heißt sie und trägt zeugnis ihrer ersten musikalischen anstrengungen.
lille - tall shoulders

Donnerstag, Mai 27, 2010

konzert: orange blossom special 14, 21.-23.05.10, teil 6

der sonntag war also angeschnitten. the fog joggers hatten eingeheizt und die letzten müden aufgemöbelt. frische biere machten die runde, freundliche, fröhliche gesichter allerorten. auch die sonne hielt ihr versprechen.

wer für die programmplanung verantwortlich war, hatte besonders für sonntag nachmittag ein wahrlich glückliches händchen. denn es musste weiter gerockt werden. und mit saint silas intercession trat eine truppe auf den plan, die auch the fog joggers beine machten. denn die band um die brüder michael j. sheehy, quasi stamm- und dauergast in beverungen, und patrick mccarthy ließ es dermaßen krachen! die beiden angesprochenen sägten mit ihren gitarren durch ein set, das einem der dampf aus den ohren stieg. so eindrucksvoll laut und noisig es auch war, so gezielt, so punktgenau und erstklassig choreographiert schossen aber auch die salven in die menge. den rausch, in den die krefelder jungspunde das publikum bereits versetzt hatten, katapultierten die engländer auf eine neue ebene. schweiß von höllenhunden, giftige essenzen aus wüsten hexenküchen, beigaben aus den dunkelsten ecken unserer phantasie steuerten bei, wonach sich der gemeine rockfreund sehnt. bereits der opener "all about the money" ließ keine zweifel aufkommen. das griffige scharmützel inklusive abwechselnder gesangspartien sollte nur nach vorne gehen. krachig, ledern, bombastisch geradezu und doch voll ansteckender kraftmeierei. während aus dem background schepperndes schlagwerk vorkochte, stiessen die drei herren am bühnenrand die opfer in die suppe! knaller auf knaller, keine reste, keine gnade! herrlich mit anzusehen, wie sich die blanken köpfe der brüder zunehmend dunkler verfärbten. so konnte es keinen besseren abschluß geben als mit "lucifer"!

setlist: all about your money / you don't live here anymore / heart attack / charlie says / my share / dirt box / the fear / teach that man / we know all about ya! / do ba do / scare the shit outta me / lucifer

mit golden kanine bestiegen gegen 15:30 uhr geheimfavoriten des festivals die bühne. der zu fünft angetretene verein aus malmö machte von anfang an klar, dass er große lust hatte hier zu sein. anfängliche nervosität wurde schnell über bord geworfen und durch spielfreude und höchsten einsatz ersetzt. die mischung aus indierock und folk fiel schnell auf ein dankbares publikum zurück, das die songs der schweden herzlich begrüßte. belebendes element dieser partie war vor allem die posaune, die marcus gewinnbringend einsetzte. sie unterstütze den paforceritt dieses lebendigen ensembles ungemein. ande und linus wechselten sich, der eine mit mandoline bzw. banjo, der andere mit einer gitarre ausgestattet, bei den lead vocals ab, micke zündete an den drums kleine feuerwerke ab und schließlich spielte dante einen sehr vordringlichen, fordernden und auffälligen bass. zudem sorgte er für nachhaltigen eindruck bei den weiblichen besuchern, da er immer wieder zwinkernd kontakt aufnahm. hier ein galanter schlenker, dort das tempo herausgenommen, eine atempause, ein wenig melancholie, dann wieder ein vorantreiben, ein fahrt aufnehmen. voller einsatz aller instrumente, auf lautstärke getrimmt. langeweile kam hier natürlich nie auf. zudem wies sich das songmaterial als erstklassig aus, jedem lied stand die eigene note ausgezeichnet zu gesicht. die arrangement schlicht, aber vom feuer der eigenen begeisterung, vom licht der inspiration gezündet. eine freude wars, diesen jungs beim spielen zusehen, zuhören zu dürfen.
setlist: arkham / came down / world to save / december / bones / law / climb / happiness / they caught you to / scissors

mit gemma ray kam denn auch tatsächlich noch eine dame zum frontalen auftritt. der mangel wurde beklagt und begründet. und die dame aus südengland wischte alle zweifel aus dem weg, dass es nicht doch die eine oder andere mehr hätte sein können, die den versammelten herrschaften einheizen hätte dürfen. an ihrer seite präsentierten sich teile der saint silas intercession nebst background sängerin, drummer und bassisten. die truppe kreierte einen sound, der nicht ganz einfach zu fassen war. wäre das unter die saiten ihrer gitarre geklemmte messer ein guter ausgangspunkt für eine beschreibung? oder der bullige michael j. sheehy mit den kleinen klöppelchen zur bedienung des xylophons? die stets einsatzbereite, blonde, mit heller stimme ausgestattete alex louise petty? alles nur zweifelhafte versuche. songs, die sich auf kein schema festlegen ließen, die windungen folgten, die windsteige besuchten, die windigen ausflüchten entgegen standen. eine faszinierende mischung aus motown, sixties pop, jazz und countryesken einschlägen. manchmal eine prise surf, immer wieder gerne twang und mit vorliebe purer rock 'n' roll! hoola hoola blümchen mit auf die bühne gebracht, hätte gemma ray auf jedewede zusätzliche farbgebung verzichten können. denn die musik war bunt und anregend genug.

den auftritt von murder by death bekam ich zu großen teil noch mit. jedenfalls durch bloße anwesenheit. allerdings setzte mir meine infektion doch wieder arg zu. das stehen fiel schwer und alles, was ich mir an konzentration aufgespart hatte, war mittlerweile perdu. die power und feurige energie, die zu leisten die band um adam turla in der lage ist, erwischte mich dennoch. gerade der frontmann legte sich gewaltig ins zeug. seine stimmliche kraft ist aller ehren wert. besonderes schmankerl natürlich die cellistin sarah balliet, deren instrument soundförderlich ist und ein alleinstellungsmerkmal erster güte darstellt. die rhythmusfraktion aus dagan thogerson (drums) und matt armstrong (bass) sorgte für nachdrücklichen schub. leider musste ich nach einer knappen stunde das gelände verlassen, vermutlich noch bevor mein lieblingsstück vom neuen album "foxglove" gespielt wurde.
das wars denn auch. die nachfolgenden the godfathers und savoy grand verpasste ich zu später stunde. ich bezog stellung an schweißnasser front, kühlte mich weitgehend herunter mit wickeln und soff wasser literweise. meinen dank an das großartige festivalteam! es war eine ehre, das obs mit präsentieren zu dürfen! bis zum nächsten jahr wieder! (hätte man das alles lieber twittern sollen?)

konzertbewertungen:
unbunny ****
garda ****
the jog foggers ****
the innits ***1/2 - ****
saint silas intercession ***1/2 - ****
golden kanine ***1/2
woven hand ***1/2
william fitzsimmons ***1/2
the death letters ***1/2
gemma ray ***1/2
earthbend ***1/2
murder by death ***1/2
champions ***

Mittwoch, Mai 26, 2010

konzert: orange blossom special 14, 21.-23.05.10, teil 5

ein rasensprenger, ein kleines kinderschwimmbecken, eimer mit wasser hätten es auch getan. der samstag gab sich höchst sommerlich. wer einen hut, ein cap, überhaupt eine kopfbedeckung dabei hatte, war klar im vorteil. ich fror zwischendurch. und bevor es zum großen finale kam, musste ich krankheitsbedingt in die federn.

mit champions, the innits und garda hatte der erste teil gezündet. mit the death letters kam die explosion. die beiden jungen holländer machten das publikum glotzen. immer wieder konnte man aufgeregtes zunicken beobachten, kaum jemand stand bei diesem set still. das konzept? denkbar einfach. victor knüppelt die drums und treibt die chose aufgeregt voran. duende übernimmt den rest. er katapultiert den blues und den rock in eine höhere sphäre. dank widerstandsfähiger gitarrensaiten und einer stabilen stimme. wotan wahnwitz! energiegeladeneres wirst du in dieser kombination kaum finden. hier staunte nicht nur das auditorium, auch von musikern kamen beifallsbekundungen. denn neben aller inszenierten wüstheit kam doch auch qualität zu tage. allein die variabilität auf gitarre und vor allem auch am schlagwerk überzeugten. songs wie "i'll decay" sind schon leckerbissen, wenn die gitarre stoisch beginnt, unbeirrt kreiselt und plötzlich das gewaltige, manische getrommel beisteuert. oder "schizophrenic", der so wunderbar blueslastig vor sich hin stolpert. oder "an ache in my brain", da sich duende auch gesanglich auszeichnen konnte. die e-gitarre sägt, die drums zünden feuerwerke! zwei durchgeschwitzte genossen wollten abtreten und wurden wieder auf die bühne zitiert! ein unding! (die zeitpläne auf dem obs sind eng gesetzt. die künstler basteln ihr set in die regel so, dass sie eine zugabe mit unterbringen.)

der zeitplan schipperte bereits in seenot, als schließlich die kombination aus dirtmusic und tamikrest auf die bühne gerufen wurde. deren in mali aufgenommene zusammenarbeit kulminierte nun in gemeinsamen konzerten. höhepunkt sicher das obs. chris eckman, hugo race und chris brokaw starteten zunächst, wobei nach und nach immer wieder musiker von tamikrest hinzustiessen. der sound wurde dichter, engmaschiger, nicht zuletzt hypnotischer und angehender. eine dringlichkeit, die sich so im profanen rock 'n' roll kaum finden lässt. die komponenten, die der afrikanische kontinent hinzufügen kann, erweisen sich als belebend und konturenreich. wie man auch auf "bko", dem aktuellen dirtmusic album, hören kann. vielleicht einer der schönsten momente der gemeinsam aufgespielte velvet underground klassiker "all tomorrow's parties". tamikrest begeisterten später auch ohne den allstar dreier. ich befand mich auf dem rückzug...
auch bezüglich kashmir und kante muss ich, was den samstag abend und seine nacht betrifft, auf andere nachbetrachter verweisen. ich frönte meinen fieberschüben und gedachte aller, die das festival weiter geniessen durften. sorry, dass hier die chronistenpflichten leiden mussten.
doch nachdrücklich gestärkt konnte der sonntag angegangen werden. wenngleich trübte, dass alle berichte von den letzten beiden konzerten durch die bank sehr positiv waren. verpasst ist verpasst.

das galt auch für all jene, die sich the fog joggers durch die lappen gingen liessen. was für ein name, was für eine tolle truppe! vorab war klar, dass sänger jan büttner über ein reibeisenorgan verfügt, wie es einem cocker gut zu gesicht steht, dass er zudem entertainerqualitäten hat, zauberhaft die gitarre bedient und so viel spaß bei der sache hat, das war neu. und einnehmend! charmant! vier burschen schließlich, die einen zuweilen blueslastigen indierock zimmerten, der sich gewaschen hatte. so etwas hatte am sonntag mittag wohl noch keiner auf dem obs erlebt. dass die von letzter nacht gebeutelten bereits freiwillig die arme zum mitklatschen hoben. dass mitsingspielchen funktionierten. dass verhalten und konzentriert einer solonummer gelauscht wurde. irre. die band kurzerhand von der bühne dirigiert, dannach wieder herauf und flott ging es gemeinsam weiter durch die energiegepumpten nummern. die schweineorgel flirrte (christian peitz), die riffs zuckelten spitz und kirre, die schießbude wackelte (ben kronski) und dem agilen bass entging keine line (stephan selbach)! was für ein enthusiastischer, mutiger und in die beine gehender auftritt.

setlist: island / get a broom / autumn girl / split another fuck / saturday night / friend / tonite / kylie / waterfalls / orange coke / stone cold sober / picture / people

konzert: orange blossom special 14, 21.-23.05.10, teil 4

die mittagssonne knallte schon gewaltig, als wir an der weser entlang richtung festivalgelände marschierten. ein kid bremste gekonnte am kleinen kai, kurz vor dem hopser ins nass. hunde balgten auf den wiesen. schafe grasten und alte männer hielten auf den bänken anregende gespräche. ein tag, gerichtet für großes.

der samstag begann also mit champions. der junge vierer hielt ambitioniert nicht hinter dem berg. das vorhaben war eindeutig. hier sollte das rund begeistert und eingenommen werden. was stellenweise durchaus gelang. nämlich dann, wenn die gitarre irritiert schrammeln durfte, der bass vor sich hin dusseln mochte und die schießbude florierte, also, wenn sich das gesamtbild nonchalant gerierte. inklusive einer anschmiegsamen, leider an einigen stellen nicht so kraftvoll tönenden gesangsstimme, wie vielleicht erforderlich gewesen wäre. dafür drehte sich der koblenzer frontmann gekonnt um das mikrofon und stellte allerlei starposen zur schau. das geriet ihm nicht aufgesetzt, so wie manche melodie, die allzu sehr auf rockoper machte, vor allem wenn wenig dezent die gitarre dazu in die höhe schraubte. auch der backgroundgesang verlor sich zuweilen an zweifelhafter harmonie. gerade dem basser entflohen die hohen kopftöne gerne. highlight war eindeutig das mitreissende "moving mountains". engagiert, motiviert zur mittagszeit, was wollte man mehr. danke, die herren.
setlist: changes / dreams / forever / late / key / hyperion / ballade / moving mountains

viel kontrastreicher konnte dann der übergang zu the innits kaum mehr sein. die berliner schnitten sich durch ein vielseitiges, weil eine menge stile tangierendes set. zuvorderst stand der blecherne und rumpelnde, gern groovende sound, vorangetrieben von mek obaam, dem schlagwerkelnden frontmann und sänger oder auch schreier, wenn man an "far too wide" denkt. die etwas von müdigkeit angeschlagene band shuffelte und poppte trotzdem allerfeinst. feine texturen schlichen sich gar ein, wenn christopher uhe seine gitarre noch gebunden losließ. ganz abgesehen davon, dass er auch wesentlich straffer konnte, dann blitzten sein riffs durchs rund, die töne kreiselten und wurden von ihm höchstselbst wieder eingefangen. dazu gesellte sich arne bergner, der den tasten seines keyboards beine machte, und jannes wurps, der am bass lächelte, als würde er unter dem einfluss der eigenen musik zu schweben beginnen. sicherlich höhepunkt der darbietung der baldige zusammenschluss mit special guest in form von schneider tms dirk dresselhaus. der tat der gruppe richtig gut! nicht nur die zusätzliche gitarre, auch der warme gesang band sich hevorragend in das gefüge ein. zudem war die schaffe an der mundharmonika erstklassig. gemeinsam hatte die truppe einen riesen spaß, an dem sie das beverunger publikum teilhaben ließen. wunderbar!

die startnummer drei hatten an diesem tag garda gezogen. die junge dresdner truppe steckte an! seltener sah man erstauntere blick im rund. wider die erwartungen wohl. denn so mancher rieb sich die augen angesichts der hervorragenden performance, die die fünfe hervorzauberten. popnummern mit halteankern, verweilposten, mit verzahnungen für griffiges ineinander, mit mut zum innehalten, für das sentiment und den gefühlsausbruch. hier stimmte einfach alles. die lieder ließen sich packen, ohne dass man im angegriffen sein selbst schwülstig taumelte. das harmonische miteinander gelang vor allem, weil all die kleinen finessen gekonnt miteinander verwoben wurden. schließlich ergaben sie ein stimmiges ganzes. die gitarre konzentriert vom stuhl herab oder gar am boden sitzend angerührt (frank heim), die pianospuren (neli mothes), die bindend flossen, der bass linien ziehend (karsten pretschner), das stabile getrommel aus dem rücken (ronny wunderwald) und schließlich kai lehmanns akustische, sein gesang und sein fiebern. dass sich die songs heute so anhören, meinte der frontmann später, wäre vor zwei jahren noch nicht so abzusehen gewesen. alles verändere sich auf eine sehr organische weise. dieser band sollte eigentlich ein größeres publikum nicht abgänglich sein. leider zeigte sich auch in der jüngeren vergangenheit immer wieder schwacher besuch ihrer konzerte. wer die chance hat garda zu sehen, sollte sie unbedingt nutzen. danken möchte ich der band vor allem auch für das entspannte meet & greet mit unserer gewinnerin e. (wo warst du, p.?, du gewinner???).

setlist: die, technique, die / chest / people / maps & maths / frwd/reverse/stop / 00:00 / states / this city is ours / yeah, keep it up and dance! / black / my heart is empty

Dienstag, Mai 25, 2010

konzert: orange blossom special 14, 21.-23.05.10, teil 3

der freitag hatte noch mehr in petto. woven hand und william fitzsimmons standen in den startlöchern. die einen wüst schnaubend, die weit geöffneten nüstern - düsterer ausdruck, der andere lässig in der villa abhockend, als wartete da draußen unkritische masse. dem war nicht so. man kann dem publikum zwar vorsetzen, was man will, aber nicht damit rechnen, dass alles frohgemut durchgewunken wird.

doch woven hand, die kurzzeitig glitterhouse abtrünnigen, sollten zum selbstläufer werden. schnell füllten sich die ersten meter vor der bühne und waren vor allem mit älteren semestern besetzt, die die karriere der band über längere zeit verfolgt haben mochten. viele sangen mit, getanzt wurde ebenfalls, wobei das maß der ausgelassenheit natürlich eingeschränkter natur war angesichts des gebotenen dark folk/americana, für den die truppe um den charismatischen david eugene edwards bekannt ist. woven hand erinnerten an einen muskulösen mustang in gefangenschaft, dessen scheinbar unwillkürliche bewegungen schwer zu packen sind, doch sein auf und ab, sein hin und her hat plan und ist programm. es ist pure befreiungslust und kraftvoller, menschenferner drang. verstiegen, dunkel, abseitig anmutend, gefahrenvoll und mystisch. die ersten songs stammten vom aktuellen album "the threshingfloor" und folgten der dortigen tracklist 1-3. verhangen, dräuend und fixiert auf den sich windenden, grimassierenden, fingerzeige gebenden, barmenden sänger.

er gab das tempo vor, wiegte sich im reigen der mitstreitenden, vom deutlich definierten bass über das forcierte drumming hin zum beiwerk fördernden perkussionisten. die dämmerung nahte. die sonne streifte das licht. schatten in bewegung. der kraftvolle gesang edwards zwang sich durch die reihen. andächtig die umstehenden. jeden song einleitend indianisch anmutender gesang. der frontmann hielt nicht zurück. ein mehrfach gemurmeltes "thank you" nebst folgenden sätzen, die im off vernuschelten. höhepunkte? vielleicht das abschließende, eilende "kicking bird" oder doch "winter shaker" mit all seiner magie? das funkelnde "dirty blue"? es hatte viele aufmerker an diesem abend, das programm schien wie aus einem guss und das konzert verging im fluge.

setlist: sinking hands / the threshingfloor / a holy measure / tin finger / swedish purse / dirty blue / kingdom of ice / raise her hands / his rest / orchard gate / winter shaker / off the cuff / iron feather / kicking bird

wesentlich weniger grimmig dreinschauend war wenige minuten später die truppe um william fitzsimmons. ja, ganz im gegenteil traf man hier auf dauergrinser, vor allem dem banjomann war ein lächeln ins gesicht geschnitzt. dazu die schnieke dame am keyboard und schon durfte der abend voller sehnsuchtsstarker, gefühliger und warmen segen spendender lieder kommen. william fitzsimmons, zunächst nervös, im laufe des sets zu gelassenheit gelangend, sang mit inbrunst und einer verstiegenheit, die alles andere als prätentiös war, vielmehr auf ehrliche weise annehmbar, wie ein gedicht, das einen unvermittelt anspricht.

die sanfte stimme tut dabei natürlich ihr übriges. da musste du ganz genau hinhören, es klingt, als käme er nicht ganz aus seiner haut, als hielte er mit dem, was er nun preiszugeben bereit ist, doch lieber hinter dem berg. doch mit diesen mutigen mitstreitern sollte dies kein problem sein. und wenn das songmaterial so erstklassig tönt, wie es eben ein "you still hurt me" tut, dann schwingt das rund und singt aus voller kehle mit. das räumt auf. und einem fitzsimmons liegt prompt ein deutscher trinkspruch auf den lippen. "prost", ruft er ins begeisterte rund. die sonne, die hinter der bühne verschwand, hatte uns dieser typ aus jacksonville wieder zurückgebracht. ganz fein. das sachte "everything has changed" war ein beginn, wie gemalt, den background wundervoll von der feschen keyboarderin ausgemalt, das banjo flink, das schlagwerk taktsicher. ein abend, eine nacht. hier brauchte es keine bedeutungsschwangere lyrik, die wenigen worte für die verdammt großen gefühle genügten. nachher sah man manche sich in den armen liegen.

setlist: everything has changed / funeral dress / feel it anymore / you still hurt me / from the water / naked / even now / bird of winter prey / over you / after afterall / just not each other / come back home / find my way / good morning / passion play

konzert: orange blossom special 14, 21.-23.05.10, teil 2

als affen mussten sich festivalbesucher bezeichnen lassen, jedenfalls von einer älteren dame, die auf ihrem radl das gelände kreuzte. fluchend und galle spuckend jagte sie vorbei. wenn man ansonsten in beverungen so willkommen ist wie frischer erdbeerkuchen an vesper, dann konnte man über die lady nur herzhaft lachen. wie über den freitag. denn der, wir lassen den donnerstag mit seiner warm up party bewußt aus, davon müssen andere berichten, hatte so ein feines programm auf lager, dass es für die relaxte note, den zögerlichen start ins festival, für verspätete ankunft oder langweiliges dazustossen keinen grund gab. gar keinen.

fast ist das äußere erscheinungsbild von jarid del deo auch spiegel seiner musik. in bundfaltenhose, aufdrucklosem t-shirt und dem obligaten mützchen setzt er zu seinen bewegenden, zuweilen kargen liedern an. dass ihm die nicht verloren gehen, dafür sorgen die sittsamen mitstreiter, jan schewe und co. umringen den amerikaner wie ein stahlband das weinfass. die zum fliehen entworfenen melodien werden aufgenommen und freundlich ins publikum weitergereicht. und die konnten, bereits zahlreich angetreten, durchaus etwas damit anfangen. der lichte folkpop von unbunny machte den spätnachmittag glänzen. dank des hamburger labelbetreibers (affairs of the heart) schewe wurde nicht nur das vorletzte album "snow tires" in hiesigen landen veröffentlicht, sondern auch das aktuelle werk "moon food". dessen so zügig vertrauen stiftendes "landslide" eröffnete den reigen für mehr als eine stunde wiegen, hin- und herschaukeln, für das ansinnen auf friedliche tage in beverungen. was hätte es für einen besseren start geben sollen? auch das folgende "young men are easy prey" hat diesen stolz, die note der sehnsucht, das treueversprechen. und jarid nimmt man alles ab. wie er verinnerlicht intoniert, zuweilen die augen schließt, konzentriert die gitarre bearbeitet und immer wieder sichtlich erfreut in das bandgefüge zurückkehrt, wenn fahrt aufgenommen wird. mit "i leave stones", "swans are fainting", "casserole" folgen songs aus den vorgängerwerken "snow tires" bzw. "black strawberries". sie fügen sich nicht schlechter ein, sind launige beweger, mittelbare unterstreicher einer ganz besonderen geschichte dieses sympathen del deo. wie er songs auf lager hat, aber keine abnehmer. wie sich aus hamburg rettung anbietet, angenommen wird und man nun gemeinsam auf der bühne steht.

wenn dort der rhythmus stolperte, die e-gitarre flehentlich jammerte und jarid hell klagte, kamen einem die verweise auf neil young nicht von ungefähr. vermutlich ein vergleich, den er nicht mehr hören kann, der aber nicht zuletzt seine persönliche größe auszeichnet. im programm ging es mit "snow tires" und "moon food" titeln weiter. mit "whispers" sei einer hervorgehoben, der sich wirklich nah an den altmeister schmiegt, auf scheibe stilvoll mit slide und dräuender e-gitarre unterlegt. wunderbar. auch live. ein würdiger auftakt, freunde!
setlist: landslide / young men are easy prey / i leave stones / swans are fainting / casserole / loose wires / nothing comes to rest / february secret / whispers / eskimo / water and the spanish tongue / bottle cap / pink lemonade

auch bei der ansage musste rembert ein bißchen schmunzeln. die earthbend hatte schon eine besondere note. die einladung zeugte nicht nur von einem quentchen mut, sondern vor allem auch vom bewusstsein, dass musikalische qualität nicht immer auch mit enormem bekanntheitsgrad einher gehen muss. den haben sich die finsterwalder sicher in heimatlichen gefilden erarbeitet, aber auf dem obs mussten sie sich erst einmal beweisen. und das taten sie! ihr knallerrock hat einen vortrefflichen drive, eine alles übermannende macht und einen so anbiederungswürdigen kern, dass man kaum anders konnte als mit zu feiern. sänger andré kunze suchte sich zunächst aus der entertainernummer zu stehlen, wurde zunehmend aber redseliger und lud alsbald das staunende auditorium ins beschauliche brandenburg ein. wenn etwas lokalkolorit mitgebracht wurde, dann sicher die nach außen zur schau gestellte harte schale. dass sich darunter viel mehr bewegt als blosses haudrauf, bewiesen vor allem die melodienvielfalt, zuweilen elegisch, ausufernd, mäandernd, die lust am ausschweifenden, die kreativität in sachen songwriting und arrangement. hier wurde nichts dem zufall überlassen. im gegenteil trat das trio, neben andré am start: christian heinrich (bass) und tilo hustan (drums) höchst konzentriert und unglaublich eingespielt auf. hier saß jeder übergang, die schnittstellen waren gekonnt besetzt, jedes abdriften gezielt und mit plan. das dritte album ("attack attack attack") kurz vor der veröffentlichung brachten die brandenburger u.a. das sich ins ohr drehende und packende "dragon lady", das wenig hüftsteife, gar tänzelnde "ready to revolt" und vor allem auch das zischelnde und gierig vorwärts treibende "too many stars" mit. was auf tonträger im dichten soundkleid daherkommt, wird live durch effekte aufgepeppt und bekommt annähernd das verwobene und engmaschig angelehnte konzept übergestreift. neben dem engagierten andré, grandioser sänger und gitarrist mit absoluter trefferquote, gefielen der introvertierte basser neben dem hyperaktiven und wirbelnden drummer. mit "harmonia" gab es zum abschluss den vielleicht ausgefeiltesten und sicher bekanntesten song der band, der sich irgendwie an ostdeutsche musikgeschichte anlehnt, das hymnische potential hat er auf jeden fall. earthbend waren eine entdeckung!

später saßen andré und ich noch beisammen und haben dies und jenes bequatscht. deutlich wurde dabei wieder vor allem, wie schwer es ist, sich in diesem business durchzusetzen. wer sich wie die earthbend den support bei eagles of the death metal auf die fahne schreiben kann, ist noch lange nicht festes mitglied auf dem karussell der mitverdienenden. die suche nach neuer platten-, neuer bookingfirma hielten zuletzt auf, beschwernisse, die neben der täglichen musikalischen herausforderung eher hinderlich sind. zum glück gibt es da das einwandfrei funktionierende kollektiv aus den beiden nerds andré und christian, die immer wieder auf der suche nach der idee schlechthin sind, und daneben der willige und allzeit bereite drummer tilo. diese kombi lässt sich auch nicht aus der ruhe bringen, wenn es heißt: schlecht gewählter bandname, zu alter sänger und klemmt euch endlich mal ständig zu betonen, dass ihr aus finsterwalde kommt. business funktioniert vielleicht so, aber andré und co. wollen ihren pakt nicht für solche nebensächlichkeiten aufgeben. mit 35 , so der frontmann, dem eine glückliche familie den rücken stärkt (der achtjährige sohnemann ist stolz wie oskar auf den musizierenden vater), mag der zug für die ganz große karriere abgefahren sein, aber die hoffnung auf mehr ist noch nicht verloren. zurecht, wie ich meine.